Das erste Mal traf ich Sabrina im Februar 2018. Ich besuchte sie in der Kölner Uniklinik mit einem Polizei-Teddy-Bären. Wir beide hätten unterschiedlicher kaum sein können. Sie die bunte und ein wenig verrückte junge Frau. Ich, der eher sachliche und um Struktur bemühte Polizist.

Uns verband jedoch eine Gemeinsamkeit. Wir hatten einen gemeinsamen Feind…den Krebs. Und so lernte ich Sabrina ein wenig näher kennen. Oft tranken wir zusammen eine Tasse Kaffee in Köln-Nippes oder in der Kantine der Universitätsklinik und tauschten uns aus. Ich lernte, was eine „Supporter-Kette“ ist, auf der ich mich verewigen durfte. Was ein Evoli ist, erfuhr ich im Laufe der Zeit ebenfalls. Und auch, dass es eine Handy-App gibt, mit der man Pokémons fangen kann.

Sabrina fuhr mit mir zusammen zu einem Fotoshooting nach München zum Verein Nana – Recover your Smile, wo das hier stehende, wunderschöne Foto entstand. Gemeinsam nahmen wir an zwei Bloggerworkshops von Janssen-Cilag teil und tauschten uns mit anderen Krebs-Bloggern aus.

Im Sommer letzten Jahres wollte ich ein an Blutkrebs erkranktes Kind in der Kölner Uniklinik besuchen. Ich hatte ein wenig Angst davor, denn noch nie zuvor hatte ich ein Kind besucht, das Krebs hat. Ich wusste nicht, ob ich mit dieser Situation würde umgehen können. Hier war Sabrina es, die mir zeigte, dass ich davor keine Hemmungen zu haben bräuchte. „Kinder gehen mit einer solchen Diagnose viel leichter um, als Erwachsene es tun“, sagte sie mir. Und so nahm sie mich an die Hand und begleitete mich in die Kinderonkologie.

Gemeinsam lernten wir dort Jana kennen, die den gleichen Krebs hatte wie Sabrina. Zwischen Jana und Sabrina entwickelte sich eine besondere Beziehung. Und als Jana starb, war es Sabrina wichtig, für Jana im Himmel einen Brief zu schreiben. Sie bat mich diesen Brief auf Janas Beisetzung vorzulesen, weil sie zu diesem Zeitpunkt das Krankenhaus nicht verlassen durfte. 

Sabrina passte wirklich in kein Schubladendenken hinein. Sie trug das Herz auf ihrer Zunge. Des Öfteren musste ich schmunzeln, wenn sie wieder ihre Kraftausdrücke benutzte. So schrieb Sabrina mir 3 Tage vor ihrem Tod eine Whats App Nachricht mit den Worten: „Sehe ich Deine hässliche Visage in nächster Zeit hier wieder, oder was geht bei Dir?“ Das war ihre Art mir mitzuteilen, dass sie sich über meinen Besuch freuen würde.

Sabrina sagte was sie dachte. Sie war geradeaus und ehrlich. Sie war Blitz-Gescheit und das imponierte mir. Gespräche mit ihr wurden niemals langweilig.

Während den letzten Wochen ihres Lebens führte Sabrina einen schier unfassbaren Kampf gegen ihre Erkrankung. Sabrina wollte leben und sie litt während ihres Kampfes gegen den Krebs Höllenqualen. Ich habe Sabrina niemals jammern hören, obwohl sie hierzu allen Grund gehabt hätte. Eher fluchte sie über den Krebs und bedachte ihn mit Schimpfwörtern. Auch dieses Verhalten imponierte mir.

Am Ende, als es ihr wieder etwas besser ging, hatten wir alle die Hoffnung, dass es nun Bergauf gehen würde. Und dann, ganz plötzlich, beendete eine Komplikation ihr Leben. Zu diesem Zeitpunkt rechnete niemand damit und deswegen war es für uns Alle so unbegreiflich.

Sabrina hat alles Menschenmögliche getan um ihre schwere Erkrankung zu besiegen. Sie hat allen gezeigt mit welch riesiger Kraft und unendlichem Mut man sich einem so schweren Schicksal stellen kann. Für mich ist und bleibt sie eine Siegerin!

Dein Don