Diagose: Hodentumor metastasiert

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Lebst du mit der Diagnose Krebs oder einer anderen chronischen Erkrankung? Hast du Krebs oder andere Traumata überlebt und der Umgang damit ist ein Teil deines Lebens? Ist eine angehörige Person, ein dir lieber Mensch in einer schwierigen Situation und du möchtest diese Person unterstützen? Interessierst du dich für Achtsamkeit, Spiritualität oder Selbstfürsorge? Bist du vielleicht queer oder lebst dein Sex- und Beziehungsleben außerhalb von heteronormativen Bildern?
Dann findest du dich auf meinem Blog vielleicht in meiner Geschichte und Umgang mit meiner Krebserkrankung wieder und kannst dir – so hoffe ich – hilfreiche Impulse mitnehmen!

Mein Name ist Lukas. Ich bin Anfang 30, lebe in Berlin und komme ursprünglich aus Wien. Ich bin queer, hochsensibel, schwul, spirituell und vereine ganz verschiedene Anteile in mir. Ich wurde 2015 mit metastasiertem Hodentumor im Stadium 3 diagnostiziert, war ein Jahr mit Chemotherapie in Behandlung und habe überlebt. Auf meinem Heilungsprozess habe ich verschiedenste Erfahrungen gemacht, mich mit Selbstfürsorge und ganzheitlicher Medizin beschäftigt und mich dadurch unglaublich weiterentwickelt und gelernt. So paradox es klingt, aber Krebs zu haben, war für mich das Schwierigste, aber auch Beste, das mir in meinem Leben zugestoßen ist. Seit Ende 2017 schreibe ich an diesem Blog, um interessierte Menschen, an meinen Lernprozessen teilhaben zu lassen.

Warum habe ich diesen Blog gestartet?

Während meiner Erkrankung habe ich auch nach Berichten und Geschichten anderer Krebspatient_innen gesucht. Einiges hat mir geholfen, wie zum Beispiel zu sehen, dass es Menschen mit meiner Erkrankung gibt, die überlebt haben. Einiges hat mir aber auch sehr viel Angst gemacht, zum Beispiel, wenn sehr viele Berichte über Probleme, Schmerzen, schief gelaufene Operationen und heftige Emotionen, auf mich eintrafen.

Durch meinen Weg habe ich mir einen großen Erfahrungsschatz zu Heilung, ganzheitlicher Medizin, Meditation und Achtsamkeit, psychischer Gesundheit und spirituellen Zugängen erarbeitet und beschlossen, über meinen Weg zu schreiben. Dies ist heilsam für mich selber, da ich meine eigenen Erfahrungen reflektieren und mich austauschen kann. Gleichzeitig ist es sehr bestärkend zu wissen, dass meine Geschichte und Beiträge auch für andere Menschen hilfreich sind. Es bestärkt mich auch, mich mit anderen Überlebenden und mit Krebs lebenden Menschen zu vernetzen und auszutauschen.

Ich habe gemerkt, dass vieles zum Thema Krebs im Internet oder bei Beratungsstellen sehr wenig Vielfalt abbildet. Meistens sind Hilfsangebote und Materialien für ziggeschlechtliche, heterosexuelle, weiße und normativ lebende Menschen zugeschnitten.
Ich habe mich in vielen Materialien und Geschichten über Krebs nicht wiedergefunden. Da ich, wie alle Menschen mit Krebs, ja nicht nur Krebspatient bin, sondern ganz viele verschiedene Persönlichkeitsanteile in mir vereine, habe ich auch meinen Blog erweitert und schreibe auch über andere Aspekte meines Lebens.
Denn, was ich als queerer Mensch und Krebsüberlebender gelernt habe, ist, dass es wichtig ist, sich wieder zu finden und zu sehen, dass es Menschen mit der gleichen oder ähnlichen Erfahrung gibt, und wie Menschen mit chronischen Erkrankungen umgehen, leben und eben auch überleben können.
Gerade in der momentanen Situation mit dem Corona Virus, denke ich, können anderen junge Menschen ohne Krebs- oder chronische Erkrankungen viel von uns und unseren Erfahrungen lernen. Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen wie ich und wir stärker von der Gesellschaft wahrgenommen und eingebunden werden!
Ich wünsche Dir und allen Menschen das Beste für Deinen /den eigenen Weg!

Quelle: Lukas Brock privat