Mein Leben nach dem Krebs – Ein Leben mit Spätfolgen

Diagnose: Knochenkrebs (Osteosarkom)

Hallo,
Ich bin Nina, 26 Jahre alt und komme aus der kleinen Stadt Willich, nahe Krefeld und Düsseldorf.
Zurzeit studiere ich Soziale Arbeit, bin aber im letzten Abschnitt.
Falls möglich, würde ich nach dem Studium gerne in einer Beratungsstelle für chronisch kranke Menschen oder in einem Hospiz arbeiten.
In meiner Freizeit bin ich wahnsinnig gern kreativ und spiele PC- und Konsolenspiele.

– Die Diagnose –
2008, im Alter von 13 Jahren, bekam ich nach den Sommerferien auf einmal Schmerzen in meiner Hüfte. Zunächst habe ich mir dabei nicht viel gedacht.
Im Sportunterricht sackte mein Bein beim Laufen plötzlich zusammen und riss mich zu Boden.
Von nun an waren sehr starke Schmerzen mein ständiger Begleiter. Der Orthopäde machte ein Röntgenbild und war sich sicher, die Schmerzen würden nur vom Wachstum und Übergewicht kommen.
Wochen und Monate vergingen. Tag und Nacht wurden zu einer Qual. Ich musste, damit ich überhaupt ein bisschen Schlaf bekommen konnte, mein Bein auf vielen Kissen lagern.
Ende Dezember war ich dann zum wiederholten Male bei meinem Orthopäden. Er wollte weiterhin nichts machen, bis meine Mutter sauer wurde. Sie verlangte eine umfangreichere Untersuchung. Ende Januar 2009 war es dann endlich soweit, ein MRT von der rechten Hüfte stand an. Die Ärzte haben sofort gesehen, dass etwas nicht stimmt und haben meine Mutter zu sich gerufen.
Nach ungefähr einer halben Stunde hat meine Mutter mich in einen kleinen Raum gerufen. Sie erklärte mir, dass in meiner Hüfte ein riesiger Tumor gewachsen ist und wir deshalb sofort ins Krankenhaus müssen.
Die nächsten Wochen wurden viele Untersuchungen gemacht. Die Ärzte waren sich schon vor der Biopsie sicher, dass es Knochenkrebs ist.
Am Tag der Biopsie wurde mir direkt auch ein Broviac gelegt, ein Katheter der zum Herzen führt, über den Medikamente gegeben werden.
Es folgte ein ganzes Jahr Chemotherapie und eine 10 Stunden OP in der Uniklinik Münster.

– Das Leben nach dem Krebs –
Am Ende der Chemotherapie war ich zunächst überglücklich. Endlich, nach einer so langen und belastenden Behandlung, würde jetzt wieder Alltag einkehren. Ohne permanent ins Krankenhaus zu müssen, ohne krank zu sein. Doch das war leider Wunschdenken. Es folgten viele Jahre starke chronische Schmerzen. Mein Bein musste 2 weiter Male operiert werden, da sich die Prothese entzündet hatte. Letzendlich wurde die Prothese ganz raus genommen. Laufen ist mir jetzt nicht mehr möglich.
Die Schmerzen sollten allerdings nicht das einzige Problem bleiben.. Jahrelang hatte ich mit vielen verschiedenen Symptomen zu kämpfen. Die Blutentabnahmen und Kontrolluntersuchungen waren aber soweit in Ordnung. Erst 3(?) Jahre nach der Chemotherapie, kamen die ersten Diagnosen, ausgelöst durch die Chemotherapie. Zunächst war es „nur“ eine starke Fatigue (Erschöpfung die auch mit Schlaf nicht besser wird) und Asthma. 2016 gesellte sich allerdings noch eine Herzinsuffizienz dazu. Seitdem bekomme ich fast jährlich eine neue Diagnose, es scheint kein Ende in Sicht. Auf diesem Weg nehme ich euch zum Teil im meinem Blog mit.

Trotz der ganzen Probleme, leider die meisten bis an mein Lebensende, bin ich wahnsinnig dankbar. Dankbar, den Krebs besiegt zu haben und bisher noch keinen Rückfall bekommen zu haben. Dankbar, noch einige, wenn auch herausfordernde Jahre auf der Erde leben zu dürfen.

Welche Anlaufstelle (Verein/Organisation/Selbsthilfegruppe) empfiehlst du die dir während deiner Erkrankung geholfen hat?: Förderverein zugunsten krebskranker Kinder Krefeld
Bist du bei einer gemeinnützigen Anlaufstelle ehrenamtlich tätig?: Stiftung Junge Erwachsene mit Krebs – Treffpunkt Düsseldorf

Quelle:  Nina privat