Isabel von @alltagsyoga

Die liebe @diagnose_leben fragte: Lebe ich nun mit dem Krebs oder er mit mir?

Ich sage: Das Leben ist jetzt bis ins letzte Körnchen zu sehen

Bei der Frage nach der Sichtweise: „Lebe ich nun mit dem Krebs oder er mit mir?“, merke ich, dass hier ein oft wiederkehrender Gedanken von mir getroffen wird. Ja, meine Akuttherapie ist bald zwei Jahre her. Ich könnte sagen, „wie… Krebs? Lang vorbei, alles gut.“ Ihr wisst es alle, und ja, auch die, die noch mitten in der Therapie sind: Es wird vorbeigehen, es gibt ein „danach“. Das ist gut zum einen. Und das ist anders zum anderen. Kurz gesagt: Oft anders gut. Und trotzdem ist da was. Ein Ziehen und Zerren in einem, die Monster, um es mit @pink_is_my_new_color zu sagen. Ich kann die Gedanken von @analoganja gut nachvollziehen: auch ich hatte nach der Chemo keine Komplettremission – daher nach Abheilung der Wundheilungsstörung beim Implantat noch die volle Bestrahlung von Brust & Lymphwegen und nun zu hoffen, bzw. zu akzeptieren, was immer ist. Genau wie die liebe @die.gipfelstuermerin und auch @lachen_gegen_krebs das geschrieben haben.

Ich will damit sagen: Das Leben ist so gar nicht nur schwarz-weiß. Es gibt knallbunte Tage, Konfetti, und dann wütende Dooftage, trüb-graue und Nieselregen.

Was sich für mich geändert hat: Der Kontrast ist höher. Das Leben ist jetzt bis ins letzte Körnchen zu sehen. Ich genieße jedes Bunt etwas mehr. Aber ja, auch die Angst zeigt sich ganz deutlich. Ich denke, das darf sie. Ich schaue sie mir an, wir reden und dann verabschiede ich sie wieder. Ich habe früher analog fotografiert & entwickelt – und damals schon mochte ich hohen Kontrast am liebsten. Ich sage: Alles in allem lebt der Krebs vor allem mit mir und in dem Maß wie ich im Raum gebe.

Der Krebs hat mir dazu verholfen, den Kontrast in meinem Leben hochzudrehen. Keine verschwommenen Tage, sondern bewusst und mit allen Details sichtbar. Egal, in welcher Farbe. Alles anzunehmen wie es ist, ist meine Übung. Auch und gerade als Yogalehrerin. Zu atmen, sich ruhig durch Asanas zu bewegen, zu meditieren, hilft so sehr, seinen Körper und sich wieder zu spüren.

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Isabel