Su von @diagnose_leben

Su | Metastasierter Brustkrebs

Verständnis – Wenn ich durch Instagram blättere und die Mädels wie @die.gipfelstuermerin @pink_is_my_new_color oder @die.neubuergerin sehe die sich wieder in das Leben eingliedern nach überstandener Krebserkrankung und erfolgreich abgeschlossener Therapie sich zurück ins Leben stürzen freue ich mich riesig für sie. Ich kann mich noch genau an diese Momente von damals erinnern wie ich mich freute als ich den Brustkrebs 2014 überstand und das Leben feierte. Wie ich meine Ernährung hinterfragte, alles über den Krebs wissen wollte um ihn zu verstehen, um ihm nie wieder zu begegnen, ich beruflich wieder voll durchstarten wollte.

Ich tauschte mich viel mit anderen aus und oft bestand mein täglicher Wortschatz nur aus dem Thema Krebs , weil ich es nicht begreifen konnte warum ich Krebs bekam, weil ich den Krebs nicht begreifen konnte und wissen wollte woran es denn lag, dass ich Krebs bekam. Ich hatte kein Verständnis für den Krebs, aber wie auch. Verständnis kommt von verstehen, und wenn ich etwas nicht verstehe habe ich auch kein Verständnis dafür.
Ich hatte mal einen Hamster der Krebs hatte da sagte man mir „die Tiere sind alle überzüchtet und bekommen dadurch Krebs“.

Wenn wir Menschen Krebs bekommen kann es die Psyche sein, die Ernährung, die Kindheit, die mangelnde Bewegung, das Leben in der westlichen Welt, der Stress, die Luft, die Umwelt oder oder oder… es gibt tausend Erklärungen warum man als Mensch Krebs bekommt.
Mittlerweile habe ich meine Diagnose „metastasierter Brustkrebs“ akzeptiert und mein Fokus liegt nicht mehr auf dem Krebs der irgendwie mit mir lebt sondern eher auf einem erfüllten glücklichen Leben mit viel Lebensfreude im Gepäck. Denn der Krebs lebt mit mir und nicht ich mit dem Krebs.

Wie ist das bei euch?

Eure SU

Rhea von @pink_is_my_new_color

Rhea | Brustkrebs

Lebt der Krebs mit mir oder ich mit ihm? Die einfache Antwort wäre laut zu rufen: Na, er mit mir, ist doch klar! #chefinindahouse. Aber ganz so ist es nicht und das Ganze ist irgendwie doch vielschichtiger.

Ich habe während der Akuttherapie hart gegen das Gefühl gekämpft, dass mir mein Leben aus den Händen gleitet. Das war psychische und physische Arbeit. Jeden einzelnen Tag. Aber ich konnte das Gefühl behalten: Es ist mein Leben! Jetzt ist die Therapie vorbei, mein Wiedereinstieg abgeschlossen und wer mich nicht kennt, sieht nichts von diesem Kampf. Der Krebs ist nämlich oberflächlich unsichtbar. Auch als Besitzerin dieses Lebens würde ich sagen: Ich lebe mein Leben. Mit großer Lust & viel Vergnügen. Der Krebs dominiert mich nicht dauerhaft in allen Bereichen. Kommt aber vor: Grade habe ich mit der Angst vor einer Metastase gelebt. Da gab es schon viele Momente in denen die Gedanken nur darum kreisten, ich mich völlig zurückgeworfen fühlte auf diese Krankheit. Die Monster fauchten und brüllten und zeigten mir, wie zerbrechlich doch dieses Über-Leben, also dieses Leben über die akute Erkrankung hinaus, ist.

Und gleichzeitig zeigt sich der Krebs an vielen anderen Ecken, die mir das Gefühl geben: #dubistnichtallein. Ich habe so viele echte Powerfrauen kennengelernt! Mit @tintos1978 die Blinddates ins Leben gerufen. Mit @fight.franz Pläne geschmiedet. Mit @marenammeer @lotta_inlove und @kickcancerchick Gedanken zu einem neuen Krebsprojekt ausgetauscht… und das sind nur ein paar Beispiele. Der Krebs sitzt in diesen Aktionen dick & fett in meinem Leben. Im positiven Sinne. Er weckt Kampf- und Lebensgeist, lässt mich dankbarer und kreativer sein, treibt Projekte an und ermöglicht so wunderbar-seltsam zarte Dinge wie Insta-Krebsfreundschaften.

Doch, der Krebs ist noch ein großer Teil meines Lebens. Aber auch, weil ich das oft so will. Denn ich würde gerne etwas voranbringen, diese Krankheit aus der Tabuzone holen, ein weiches Netz für uns alle spannen, das uns auffängt, trägt und uns gemeinsam hochfedern lässt, wenn wir wippen. Im neuen alten Leben mit Krebs.

Rhea

Nina von @pink.elephant.nc

Nina | Brustkrebs

Lebst du mit dem Krebs, oder der Krebs mit dir?“

Danke an die Lieben: @diagnose_leben @pink_is_my_new_color und @fight.franz für den Denkanstoß & das Ins-Leben-rufen des Staffellaufs & die Übergabe an mich.

Hm, wer lebt mit wem? 

Fällt mir Heute schwer zu beantworten. Nach ACT 13/16, erstem Gespräch mit meiner Onko-Lotsin & ausgerechnet Heute vielen Telefonaten/Geschreibe mit family & friends.

Anfang August hab‘ ich, haben wir als Familie, meine Mamma-CA-Diagnose: her2pos bekommen. Ich nenne ihn pink.elephant – den Tumor, nicht den Mann.

Mein Mann & ich hatten ’s fast vermutet“; weil wir ’s seit ’n paar Monaten gefühlt hatten. Er hat mich in unserer letzten Urlaubswoche quasi mit zum Arzt genommen; hatte für mich auch einen Termin gemacht. Ich hab‘ ihm vorher immer gesagt „Du weisst nicht, was wir damit in Gang setzen!“ 

Am Ende hat er mir wohl mein Leben gerettet! Ich hoffe – nein, ich glaube fest daran.

Ich denke, „ich lebe mit Krebs“

(kann das K-Wort immer noch nur sehr schwer sagen). Aber doch auch, dass ich „am Ende“ wohl sagen können mag, „der Krebs lebt mit mir“. 

Oder beides?!?

Beschreibt doch beides insgesamt gut Anfang & Ende der Zeit nach der Diagnose. Wie sehr hätte ich auf diese Zeit verzichtet! Wenn sie auch Positives gebracht hat wie v.a. euch! Ihr neuen „Buusen-freundinnen“! IHR seid der „Himmel; der Rest nur Wetter“! (@paulinapaulette_). 

Das konnte ich Heute, ernst gemeint, zu mir selbst sagen; ohne arrogant oder selbstverliebt wirken zu wollen. Ihr wisst wie ich ’s meine.

Oder, auch gut, dass ich mich noch bewusster ernähre, noch konsequenter nur an mich denke, mich noch mehr über die kleinen Dinge freuen kann, noch mehr Nichts als selbstverständlich sehe, noch mehr liebe, noch mehr Spass haben möchte, …

Auch Heute denke ich noch oft „ich bin im falschen Film!!“. Zum Einen war ich durch die EC-Gabe wie benebelt, hab‘ in meinen Augen nur vor mir hinvegetiert & mir nichts sehnlicher gewünscht, als mein Lachen wieder zu bekommen. Nach dem Wechsel auf Pacli LEBE ich wieder. Klar ist immer noch ALLES nicht einfach; v.a. spüre ich mehr Nebenwirkungen. Egal, ich mag nicht Jammern & weiss euch geht ’s ganz genau so! Ich bin nicht allein! Das tut so, so gut! Dafür bin ich euch Allen hier unendlich dankbar – DANKE, dass ihr eure Geschichte teil & DANKE v.a., dass ihr da seid! Auch für mich! Und so „lebe ich wohl mit K u.u.!“ 

Bei aufkommenden Ängsten („Monstern“ -@pink_is_my_new_color) melde ich mich vertrauensvoll bei euch Lieben! Und ihr? Lebt ihr mit dem K, oder lebt der K mit euch?

Nina

Eli von @lotta_inlove

Eli | Brustkrebs

Lebst du mit dem Krebs, oder der Krebs mit dir?“

Danke an die Lieben: @diagnose_leben @pink_is_my_new_color und @fight.franz für den Denkanstoß & das Ins-Leben-rufen des Staffellaufs & die Übergabe an mich.

Hm, wer lebt mit wem? 

Fällt mir Heute schwer zu beantworten. Nach ACT 13/16, erstem Gespräch mit meiner Onko-Lotsin & ausgerechnet Heute vielen Telefonaten/Geschreibe mit family & friends.

Anfang August hab‘ ich, haben wir als Familie, meine Mamma-CA-Diagnose: her2pos bekommen. Ich nenne ihn pink.elephant – den Tumor, nicht den Mann.

Mein Mann & ich hatten ’s fast vermutet“; weil wir ’s seit ’n paar Monaten gefühlt hatten. Er hat mich in unserer letzten Urlaubswoche quasi mit zum Arzt genommen; hatte für mich auch einen Termin gemacht. Ich hab‘ ihm vorher immer gesagt „Du weisst nicht, was wir damit in Gang setzen!“ 

Am Ende hat er mir wohl mein Leben gerettet! Ich hoffe – nein, ich glaube fest daran.

Ich denke, „ich lebe mit Krebs“

(kann das K-Wort immer noch nur sehr schwer sagen). Aber doch auch, dass ich „am Ende“ wohl sagen können mag, „der Krebs lebt mit mir“. 

Oder beides?!?

Beschreibt doch beides insgesamt gut Anfang & Ende der Zeit nach der Diagnose. Wie sehr hätte ich auf diese Zeit verzichtet! Wenn sie auch Positives gebracht hat wie v.a. euch! Ihr neuen „Buusen-freundinnen“! IHR seid der „Himmel; der Rest nur Wetter“! (@paulinapaulette_). 

Das konnte ich Heute, ernst gemeint, zu mir selbst sagen; ohne arrogant oder selbstverliebt wirken zu wollen. Ihr wisst wie ich ’s meine.

Oder, auch gut, dass ich mich noch bewusster ernähre, noch konsequenter nur an mich denke, mich noch mehr über die kleinen Dinge freuen kann, noch mehr Nichts als selbstverständlich sehe, noch mehr liebe, noch mehr Spass haben möchte, …

Auch Heute denke ich noch oft „ich bin im falschen Film!!“. Zum Einen war ich durch die EC-Gabe wie benebelt, hab‘ in meinen Augen nur vor mir hinvegetiert & mir nichts sehnlicher gewünscht, als mein Lachen wieder zu bekommen. Nach dem Wechsel auf Pacli LEBE ich wieder. Klar ist immer noch ALLES nicht einfach; v.a. spüre ich mehr Nebenwirkungen. Egal, ich mag nicht Jammern & weiss euch geht ’s ganz genau so! Ich bin nicht allein! Das tut so, so gut! Dafür bin ich euch Allen hier unendlich dankbar – DANKE, dass ihr eure Geschichte teil & DANKE v.a., dass ihr da seid! Auch für mich! Und so „lebe ich wohl mit K u.u.!“ 

Bei aufkommenden Ängsten („Monstern“ -@pink_is_my_new_color) melde ich mich vertrauensvoll bei euch Lieben! Und ihr? Lebt ihr mit dem K, oder lebt der K mit euch?

Nina

Daniela von @kuertend

Daniela | Metastasierter Brustkrebs

Hallo, ich bin Daniela, 45 Jahre , Mutter von 2 erwachsenen Jungs und habe am 18.8.2020 die Diagnose triple negatives Mammakarzinom mit pneumoraler Metastasierung erhalten.

Heute freue ich mich, dass ich den Staffelstab bekommen habe und erzähle was zu der Frage: Lebe ich mit dem Krebs oder lebt der Krebs mit mir?

Meine Gedanken dazu:
Neulich habe ich irgendwo im den Weiten des WWW den Satz gelesen: „Ich kämpfe nicht gegen den Krebs, sondern ich kämpfe für das Leben. „Dieser Satz beschreibt mit wenigen Worten genau das, was ich denke, fühle und erlebe.

Die Diagnose Krebs ist da, haut dich erstmal mit einem Schlag aus dem Leben . Und ja, der Krebs ist erstmal angsteinflößend, hinterhältig, nicht greifbar ( ok, ich habe ihn getastet, aber ihr wisst was ich meine:-))
Er ist unberechenbar und schwebt über dir wie eine dicke Regenwolke, die dich verfolgt und Planungen für die Zukunft überschattet.

Obwohl es Tage gibt, wo die Angst überhand nimmt und du denkst die Wolke erdrückt dich ( Dank an meine Familie, die wunderbare Krebscommunity hier bei Instagram, was würde ich ohne euch an diesen Tagen tun, und auch an allen anderen… ), überstrahlen die Lust zu Leben, die Liebe, die Freundschaft immer wieder Alles, auch die dunkelste Wolke.
Deshalb versuche ich Tag für Tag dem Krebs keinen Stellenwert einzuräumen, mich nicht in die Knie zwingen zu lassen, kreativ zu sein, Beziehungen zu pflegen, das Leben zu genießen und Tag für Tag das Beste rauszuholen. Das klappt auch. Die meiste Zeit auf jeden Fall. Manchmal sage ich sogar, es fühlt sich an, wie der längste Urlaub aller Zeiten.

Ich habe mich für das Leben entschieden und dafür für das Leben zu kämpfen, wer der Gegner ist, ist am Ende doch egal.

Siegen und Leben heißt das Ziel!

Also sage ich ganz klar, der Krebs lebt mit mir, und ich werde es ihm so schwer wie möglich machen, damit er sich verzieht….Arschtritt für Hein Blöd, wie ich ihn nenne!!!

Oder anders: wenn das Glas nur halb voll ist schütte den Inhalt einfach in ein kleineres Glas und es ist wieder voll !

Daniela

Valerie von @valerie.molenda

Valerie | Brustkrebs

Lebt der Krebs mit mir oder ich mit ihm? @diagnose_leben stellte gestern diese Frage und @pink_is_my_new_color hat mich darauf aufmerksam gemacht. Auch ich möchte sie beantworten.

Kurz: Der Krebs lebte (Vergangenheit) mit mir!

Am Anfang hat er mich ganz schön umgehauen, aber ich bin nicht alleine angetreten.

Die Diagnose bekam ich am Telefon. Merle, eine Freundin, war dabei. Sie und ihr Mann wussten also von Anfang an bescheid. Sonst habe ich es nur meiner Mutter und meinem Bruder gesagt. Es ist unglaublich schwer die Diagnose zu verarbeiten, aber für mich war es noch viel schwieriger es meiner Familie und meinen Freunden zu erzählen.

Merle und ihr Mann, Matthias, haben mir zu beginn ganz viel Halt gegeben. Sie waren einfach immer für mich da. Ich konnte nach der Diagnose erstaunlich gut schlafen, bin aber immer sehr früh wach geworden (5 Uhr) und musste dann erstmal realisieren was los war. Jeden Tag aufs neue wurde mir klar, dass der Krebs nun meine neue Realität ist und ich weinte viel. Ich hatte aber meine zwei Helden an meiner Seite. Spätestens um 6 Uhr kam die erste Nachricht „Möchtest du spazieren gehen?“. So wurde es zum Ritual, jeden Morgen sind wir in Herrgottsfrühe spazieren gegangen. Keine dummen Fragen, kein so tun als wäre nix. Sie haben einfach immer die richtigen Worte gefunden. Ich bin den beiden unendlich dankbar!!

Nach einigen Tagen habe ich mir dann überlegt, dass traurig sein total doof ist und Geheimhalten nicht wirklich funktioniert. Als es dann auch die anderen wussten wurde meine Armee, bestehend aus den besten Freunden der Welt, größer.

Auch wenn nur ich alleine* zur Chemo, OP und Bestrahlung musste haben sie mir alle viel Kraft gegeben und das hat mir geholfen so positiv zu werden und zu sein. Dennoch habe auch ich schlechte Momente, mache mir Sorgen, habe Angst und und und… Ja, ich habe eine Weile und zwischendurch immer mal mit dem Krebs gelebt, aber ich habe einen Weg gefunden, den Spieß umzudrehen und dann musste er mit mir leben. Mittlerweile ist er ja ausgezogen und ich hoffe, dass wird für immer so bleiben!

*Ganz alleine war ich da nicht, denn fast von Beginn an habe ich 3 tolle Frauen kennengelernt und wir sind den kompletten Weg gemeinsam gegangen.

Foto @nordwest_portraits

Herzliche Grüße

Valerie

Sibea von @sibeakh

Sibea | Brustkrebs

Zur Staffelstab-Frage „Lebst Du mit dem Krebs oder lebt der Krebs mit Dir?“ kam mir unwilkürlich die Dilemma-offenbarende Möbelhaus-Slogan-Anlehnung „Kämpfst Du noch oder lebst Du schon?“ in den Kopf.

Bisher war für mich einzig gültig: gegen Krebs kämpft man oder gegen Krebs verliert man. Aber Leben?

Ich bin, seit ich mit der Diagnose – an einem Freitag Nachmittag via knapper nüchterner Telefonmitteilung – ziemlich brutal ins eiskalte Wasser geworfen wurde, in Kampfmodus delux.

Ich wurde von einem plötzlichen Tsunami auf Hochsee von Bord meines gemütlichen Bötchens in tosende Wellen katapultiert, sodass mir Hören und Sehen und Denken verging.

Während der Wochen der Diagnostik versuchte ich zu verstehen, dass da etwas in mir ist, was mich gerade aggressivst umbringen will, was ich unter allen Umständen los werden muss. Krebs. Eine lebensverkürzende Krankheit. Dazu noch eine besonders fiese Variante, bei der der Primärtumor nicht zu finden ist.

Aber es blieb keine Wahl, mit viel Unterstützung und Kampfgeist meisterte ich die Orientierungslosigkeit, Malträtierungen, Verzweiflung und To-Do-Listen, bis entschieden wurde, dass es mit Chemo losgeht.

Und selbst jetzt, mitten in der Therapie, ist mir die wer-lebt-mit-wem-Frage zunächst nicht schlüssig gewesen, denn ich werde diesen Krebs ja nie wirklich los, offen ist nur, wann und wie er mein Leben verkürzt.

Dann begann ich die Antworten von meinen Co-Cancer-Fighterinnen zu lesen, viele lange nach der Akuttherapie, viele nicht notwendigerweise krebsfrei, und alle schrieben von „Leben“. Wie jetzt?

Die denkanstoßgebenden Beiträge lieferten mir unheimlich motivierende, hoffnungsvolle  Betrachtungsmöglichkeiten, dass der blanke Kampfmodus ja nicht nur eines Tages modifiziert werden muss – nicht weil der Kampf aufgegeben wird, sondern weil das, was danach kommt, trotz allem lebenswert sein kann.

Dass man nicht wieder zurück kann, in das, was man vorher sein Leben nannte, aber dass das Neue eine Chance ist, wenn man sich darauf einlässt, ist ein Lernprozess, der nach dem Kampfmodus einsetzt.

Dass Ängste, Einschränkungen, Traumata, ewige Schmerzen und Behandlungen, sogar Rückfälle, die einen danach begleiten, mit oder ohne Kampfmodus existieren, aber sogar in den Hintergrund rücken können, ist der Weg, nicht das Ziel.

Doch da bin ich noch lange nicht.

Zwar nicht mehr im Unwetter auf Hochsee, so purzle ich derzeit immernoch durch die Wellen, aber nun nahe unbekannter Uferklippen. Inmitten heftiger Brandungsgischt schnappe ich nach Atem, weiss nicht wo oben oder unten, schlucke mehr Wasser als Luft, knalle auf Felsen, aber ich ahne ein mir unbekanntes Terrain vor mir, an das mich der Tsunami geschleudert hat. Ich kämpfe, strample, schreie, und habe derzeit nichts ausser Angst und Fragen und beobachte die mentalen und physischen Schadensprozesse, die über mich auf so vielen Ebenen einprasseln, während ich versuche, den Kopf oben zu behalten, aber es ist Land in Sicht.

Sollte ich es je an dieses neue Ufer schaffen, weiss ich nun von jenen, die dort schon Fuß gefasst haben, dass man sich einrichten kann, arrangieren mit den individuellen Umständen, dass, wenn Diagnose und Akuttherapie hinter einem liegen, auch wieder Leben möglich ist, ganz gleich, was sich dort vorfindet.

Insofern habe ich noch lange kein Fazit zur Frage, ob ich mit dem Krebs oder der Krebs mit mir lebt, aber es manifestiert sich zumindest, dank der anderen Erfahrungen, die zur Frage geteilt wurden, die Hoffnung, dass ich es an dieses Ufer schaffe, wo ich durchatmen, Wunden lecken, Wasser spucken, den Kampfmodus ein paar Gänge runterschalten und mich umgucken kann, wie ich mir das wie auch immer geartete Bonus-Leben einrichten könnte.

Sibea

Julija von @die.gipfelstuermerin

Julija | Brustkrebs

Am Anfang der Krebsdiagnose war die Verständnislosigkeit die Wut, die Scham, die Trauer, das Hinterfragen.  Warum ich?  Wie konnte das passieren? Was hab ich falsch gemacht?

Jetzt ist da die Akzeptanz. Der Krebs ist ein Teil meiner Lebensgeschichte.

Ich kann einfach nicht anders, als den Krebs zu nehmen, so wie ich das Wetter nehme.

Es gibt Sonnentage.

Es gibt Regentage.

Ich habe nicht die Macht das zu ändern.

Ich kämpfe nicht gegen den Krebs.

Ich kämpfe nicht gegen die Angst.

Es ist beides da.

An Sonnentagen.

An Regentagen.

Wenn es regnet, kann ich einen Regenschirm aufspannen, oder nackt mit Gummistiefeln im Regen tanzen, oder mich zu Hause einkuscheln.

An Sonnentagen kann ich in den Wald gehen und zuschauen, wie das Sonnenlicht in flirrenden Strahlen durch das Blätterdach fällt, hören wie der Wald atmet und über mir die Vögel singen.

Vieles im Leben ist wie das Wetter, das wir nicht ändern können. 

Wir können nur lernen damit umzugehen und damit zu leben, ohne in Resignation zu verfallen.

Mit dieser Akzeptanz und dem Wissen gleite ich bewusst zurück in mein Leben, das ich bestimme! Nicht der Krebs.

Am wertvollsten ist das Wissen, dass ich in der Zukunft vieles anders machen kann und das ich mit jedem Schritt und jeder Handlung die ich im Jetzt mache meine Zukunft bestimme.

Die wahre Kunst des Loslassens liegt nicht darin etwas zu verdrängen oder zu vergessen, sondern es als Teil von dir zu akzeptieren und sich auf das zu fokussieren, was in deiner Hand liegt.

Julija

Vera von @strong.positiv.life

Vera | Metastasierter Brustkrebs

Lebt der Krebs mit dir oder lebst du mit dem Krebs?

Bei dieser Frage könnte man denken, hier wird ein Drama, eine Horrorgeschichte oder doch ein Thriller geschrieben.

Vermutlich steckt in jedem Lebenskapitel ein bisschen Drama und Tragik mit ganz vielen Kullertränen. In einem anderen Kapitel wird vor lauter Horror vielleicht der Kopf unter der Decke versteckt und vor Schreck geschrien. Wieder in einem anderen Kapitel ist ganz schön was los und die Seiten werden mit ziemlich viel Action aus dem Leben gefüllt. Klingt alles eher nach grauen und tristen Seiten. Und dann füllen sich Kapitel mit Seiten, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern – es ähnelt einer Komödie. Ach und nicht zu vergessen: der Roman, der ganz viel Liebe auf den Seiten des Lebens versprüht. Das klingt doch eher nach kunterbunten Seiten.

Das Buch des Lebens hat also ziemlich viele Facetten. Dabei bin es aber ich selbst, die diese Geschichten schreibt. Und ich entscheide, wie grau und wie bunt sie werden… Alles eine Frage der Einstellung und Perspektive.

Ich entscheide mich für…

  • die Komödie als Haupthandlung, die für meine Dauergrinsebacken verantwortlich ist
  • den Roman, der mir mit ganz viel Liebe Zauber schenkt, und zwar auf jeder einzelnen Seite
  • einen Touch of Dramaqueen, denn es soll ja nicht langweilig werden, aber wie gesagt… Nur einen Touch, ich stehe nämlich nicht auf Kronen
  • etwas Action, denn Adrenalin steigert ja die Leistungsbereitschaft
  • keinen Horror, denn ich hasse Horror.

Ich gebe dem Gau seine Zeilen, weil ich weiß, dass sie früher oder später eh geschrieben werden. Bevor sie aber ein ganzes Kapitel einnehmen, sind mir einzelne kleine Zeilen lieber. Und ich weiß, auf allen anderen Seiten werde ich kunterbunte Kapitel schreiben.

Der Krebs lebt mit mir und nicht ich mit dem Krebs!

That’s the story of MY life!

Danke, liebe Su @diagnose_leben und liebe Rhea @pink_is_my_new_color für diesen Denkanstoß und Danke an Vonni @lachen_gegen_krebs für die Staffelstab-Übergabe.

Foto: @marinas.photographie

Vera

#lebenmitkrebs #storyofmylife #meinleben #meineentscheidung #krebs #cancer #brustkrebs #metastasierterbrustkrebs #knochenmetastasen

Vivi von @vivi.hawaii

Vivi - Brustkrebs

„Lebt der Krebs mit mir oder ich mit ihm?“

Nach dem ich diese Frage gelesen habe, ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf und hat mich doch schon sehr beschäftigt und ich habe mich auch gefragt ‚Ja wie ist es denn jetzt?‘ Nachdem ich meine Diagnose während der Schwangerschaft bekam, lebte der Krebs zu dem Zeitpunkt natürlich mit mir. Er hat sich einfach klang heimlich in mir eingenistet ohne jegliche Vorankündigung und sich versucht ein schönes Leben zu machen. Die Diagnose war ganz klar ein Schock. Mein erster Gedanke jedoch war, bevor ich tonnenweise Gift in mich hinein pumpe, um ihm die Kündigung zu schreiben, rette ich erst mein Kind! Das muss gewiss die Cocktail-Party nicht mit feiern. Nach der Geburt konnte die Party starten, denn für ihn war kein Platz und vor allem hatte ich auch keine Zeit, schließlich hatte ich ja ein Säugling daheim was mich braucht und dazu auch noch ein Kleinkind. Also hieß es dann auch ganz schnell „Let the Party begin“ und von dem Tag an lebte der Krebs mit mir.

Anfangs feierten wir alle zwei Wochen eine Cocktail-Party, daraus wurde dann wöchentlich. 3 Monate lang ging der ganze Spaß, aber dann schrieb ich ihm endgültig die Kündigung. Fristlos versteht sich. 5 Wochen später ist er dann auch ausgezogen. Von nun an gingen wir getrennte Wege. Er lebt seit dem weder mit mir noch ich mit ihm. So soll es am besten auch bleiben! Klar versucht er sich wieder in den Vordergrund zu drängen, mit der Angst wieder zu kommen, allein schon durch die ganzen Nachsorgen. Man versucht aber irgendwie mit dieser Angst zu leben, besser mit umgehen zu können trifft es glaub ich eher. Keinem fällt das nach so einer Akutbehandlung einfach, direkt wieder da weiter zu machen, wo man vor der Diagnose aufgehört hat. Vor allem denk ich aber eher weil man sich in der ganzen Zeit auch ein Stück weit verändert. Bei mir ist das der Fall.

Die ganze Therapiezeit hat mich in vieler Hinsicht verändert. Man denkt ganz anders über Kleinigkeiten nach, die man vorher vielleicht einfach gemacht oder gar über Board geworfen hätte, aber genau da sind wir doch wieder an dem Punkt das wir nicht allein sind. Zusammen sind wir Stark und es gibt so viele tolle Frauen die genau das versuchen uns zu übermitteln. Denjenigen Mut zu zu sprechen, die sich noch mit der Krankheit identifizieren müssen, um eben mit dem ganzen Thema Krebs und seinen Folgen vielleicht ein Stück weit besser umgehen zu können. Ich bin dankbar genau diesen Frauen folgen zu können. Sie haben mir selbst auch in der ein oder anderen Situation, nur mit kleinen Denkanstößen schon geholfen. 

Wie sieht es denn bei euch aus?
„Lebt der Krebs mit dir oder du mit ihm?“

Vivi

Mandy von @man_dy_33

Mandy | Gebärmutterhalskrebs

LEBT DER KREBS MIT MIR ODER ICH MIT IHM

Es stand für mich seit Diagnose von Anfang an fest, dass wenn überhaupt der Krebs mit mir lebt weil ich mich nicht tagtäglich damit beschäftigen wollte/will, weil mein Leben nicht nur aus Krebs bestehen soll. Denn trotz das der Krebs jetzt nen Teil von mir ist, bin ich trotzdem mehr Mandy als Krebs.

Natürlich gibt es Phasen wo ich ihn deutlich spüre, er mir zeigt das er es möglich machen kann mich in die Knie zu zwingen, aber egal wie schlecht es mir geht oder wieviel Rückschläge ich durch ihn erfahren muss, er wird es niemals schaffen mir mein Lachen zu nehmen,  mir mein Lebenswillen zu nehmen.

Und genau deswegen wird der Krebs immer mit mir leben müssen,  mit meinen Lebenswillen, meinen Kampfgeist,  meinen Lachen und meiner Fähigkeit mich nach jeden Rückschlag wieder aus dem Loch zu ziehen und stärker zu sein als zuvor.

Mandy

Anja von @anjabrumlich

Anja | Brustkrebs

Du kannst die Sachlage nicht ändern…

Genau diesen Rat hab ich letzte Woche bekommen, als ich mit der Angst konfrontiert war, ob der Krebs gestreut hat. 

Lebt der Krebs mit mir, oder ich mit ihm? Das ich Krebs habe ist für mich immer noch nicht real. Das erste Mal ist es richtig gesackt, als ich zur Reha war. Es ist genau das passiert, was dort thematisiert wurde. Während der gesamten Therapie war ich on fire und habe einfach nur funktioniert. Meine Seele hatten keinen Platz irgendwas zu realisieren. 

Jetzt 5 Monate nach Akuttherapie rückt meine Seele immer mehr nach und ich lerne mein neues Ich kennen. Dabei entdecke ich ganz andere Wesenszüge an mir, ich weiß immer mehr was mir wichtig ist und ich realisiere immer mehr, welche Aufgabe mir das Leben gegeben hat und was ich davon bereits geschafft habe. 

Der Krebs ist immer präsent. Es ist auch ok, dass er präsent ist. Er ist sicher an manchen Tag blasser und an anderen ganz deutlich. Ich kann die Sachlage nicht ändern, aber ich kann lernen mit ihr zu leben. Denn der Krebs lehrt mich auch, meine neues Ich zu lieben, er lehrt mich meinen Fokus ins Hier und Jetzt zu legen, er lehrt mich auf mich zu achten. 

Das mag für Außenstehende extrem egoistisch sein. Wenn du aber an der tödlichsten Krankheit, und so muss man es leider sagen, erkrankt bist, dann hast du auch das Recht egoistisch zu klingen. Denn DU lebst mit dem Krebs! 

Anja

Gwen von @theartofcancerliving

Gwen | Zungenkrebs

Die Frage „Lebt der Krebs mit mir oder ich mit ihm?“ ist eine spannende und berechtigte Frage. Kurz zusammen gefasst würde ich sagen, es ist nicht immer leicht die Oberhand zu behalten. Ich kann nicht mit voller Überzeugung sagen, dass der Krebs mit mir lebt. Denn die direkten Folgen meiner Krankheit und der Bestrahlung (Zungentransplantat, trockene Schleimhäute… ) sind so omnipräsent, dass es mir schwer fällt zu leben ohne daran zu denken. Und das obwohl ich krebsfrei bin.

Es gibt durchaus Tage, da geht es mir so gut und ich mache mein Ding und denke nicht an den Krebs. Aber es gibt auch die Tage, an denen ich mit meinen Einschränkungen hadere. An diesen Tagen habe ich Angst vor weiteren Schmerzen, Problemen mit meinem Kiefer und Knochenschwund. Dann muss ich unweigerlich immer an einen Arzt denken der zu mir sagte: „warum wurden sie überhaupt bestrahlt? Wenn der Krebs wieder kommt haben sie keine Option mehr.“ Dieser Satz sitzt so tief, hat sich so eingebrannt. Dann falle ich in ein Loch. Ich habe viel mit meinem Psychotherapeuten darüber gesprochen und an mir gearbeitet. Deshalb komme ich nun oft gestärkt aus diesem Tief heraus mit meiner Erkenntnis – ich habe schon so verdammt viel geschafft!

Dieser ganze Mist hat mir gezeigt, wie stark ich wirklich bin! Ich habe es in der Hand jeden Tag wirklich zu erleben und zu gestalten. Kunst, Ernährung, Sport, Musik und natürlich meine Familie und Freunde. Alles was mir wichtig ist kann ich jeden Tag genießen weil ich lebe! Nach so einem Tief achte ich viel mehr darauf schöne Dinge in meinen Tag zu integrieren. Ich lebe dann sehr viel achtsamer Und das sind die Tage an denen der Krebs nur mit mir lebt.

Gwen

Melanie von @das.leben.rockt

Melanie | Brustkrebs

Lebt der Krebs mit dir oder Du mit ihm? Diese Frage hatte kürzlich die liebe Su von @diagnose_leben gestellt und zusammen Rhea von @pink_is_my_new_color einen Staffelstab dazu ins Leben gerufen.

Heute vor genau einem Jahr erhielt ich meine Diagnose. Niederschmetternd, unrealistisch. Irgendwie. Aber die Realität kam angerast wie ein Hochgeschwindigkeitszug. Anfangs in einer Kapsel gefangen, funktioniert, Untersuchungen über mich ergehen lassen. „Vielleicht wurden ja die Proben vertauscht?“ Ein verzweifelter Versuch, das Ganze, was mir bevorstand, doch noch irgendwie abzuwenden. Krebs. Scheisse!

Die Therapie habe ich recht gut verkraftet. Körperlich geht es mir wieder gut. Besser als gedacht oder erwartet. Jedoch habe ich diesen einen Schalter nach wie vor nicht gefunden. Ich würde lügen wenn ich sage, der Krebs lebt ausschließlich mit mir. Gerade an Tagen wie heute. Flashback. Déjà-vu. Panik.

Einerseits denke ich mir, WoW, vor einem Jahr warst du noch „todkrank“ aber du hast es geschafft. Krebsfrei! Andererseits hat sich diese Krankheit wie ein Parasit in meine Gedanken gefressen und ich bekomme ihn einfach nicht mehr los. Und wenn ich ehrlich bin, oft „triggern“ mich die Geschichten Anderer und es geht mir damit schlecht. Ich leide mit und kann mich nicht abgrenzen. Wünschte, ich hätte Zauberkräfte und könnte all das einfach verschwinden lassen und wir wären gesund und frei. Und dennoch tut es mir irgendwie gut, weil ich so viele tolle Menschen kennenlernen durfte. Meine Familie und Freunde für mich da waren, sind. Weil genau das, trotz dieser Diagnose, schöne Momente waren und sind. Lachen, staunen, Freude aber auch Ängste teilen, ungefilterter und ehrlicher Austausch und gegenseitig Mut machen. Ich bin froh und dankbar, dass ich hier sein darf, jeden Tag aufs Neue.

Aber um noch einmal die Frage zu beantworten: Beides. Aktuell zumindest.

Melanie

Sonja von @son_ni85

Sonja | Brustkrebs

Wenn ich an die direkte Zeit nach der Diagnose denke : da hat der Krebs mein Leben übernommen. Jede einzelne wache Sekunde hämmerte es in meinen Kopf „du hast Krebs“ „du hast Krebs“. 

Der Beginn der Therapie waren bestimmt durch das Chaos im Kopf und die vielen Ängste. Was dann folgte war LAUT. Aber dann kam der Zeitpunkt: ich habe die Diagnose angenommen und dann bin ich in der Diagnose angekommen. 

Ich stecke mitten in der Therapie. Ich habe jetzt Krebs, ja. Aber ich lebe mit dem Krebs. Seit einigen Tagen ist es LEISE in meinem Kopf. Es geht mir gut. Ich habe die guten Seiten angenommen. Die Diagnose und die jetzige Zeit der Therapie haben mich und mein Leben komplett verändert. Für immer. Ich stecke grad in einer Phase wo ich will. Ich will nicht Krebs haben aber die Option habe ich nicht. Also will ich Veränderung, Heilung, Leben. Ich fühle das ich eine unglaubliche Kraft habe positiv zu sein und meinem Leben JETZT mitten in der Therapie eine neue Wendung zu geben. Ich bin voller Energie. Ich freue mich auf mich. Stärker als vorher. Ich möchte den Krebs als Chance nutzen. 

Ich werde niemals mehr sein ohne mal Krebs gehabt zu haben. Die Krebserkrankung ist ein Teil von mir. Krebs ist ein Teil von mir, durch die Erfahrungen die ich durch diese Erkrankung gemacht habe.  Ich werte ihn nicht. Er ist da und ich bestimme sein Aussehen und seine Wirkung. 

Auch wenn es immer Tage geben wird an denen der Krebs das anders sieht. Ich einige mich auf : das pathologische Ergebnis- hier lebt kein Krebs (mehr) und die Erkenntnis, der psychische Krebs wird für immer ein Teil von mir bleiben. Mal mehr mal weniger laut. 

Sonja

Monique von @moni_mit_que

Monique | Brustkrebs

Lebe ich mit dem Krebs oder der Krebs mit mir? Die Frage von @diagnose_leben geistert mir auch immer wieder durch den Kopf. Gut zu wissen das sooo viele #pinkladys im gleichen Fragenkatalog blättern wie ich.

Der Krebs hat mir im vergangenen Jahr schon viel abverlangt, deshalb möchte ICH nun bestimmen wieviel Raum er aktuell und in Zukunft einnimmt. Meistens habe ich die Nase vorn, aber manchmal ist es wie beim Marathon, da denkste nach 15 km juhu ich hab den Gegner abgehangen und schwupps taucht er wieder an deiner Seite auf und sagt: „Da bin ich wieder, so schnell wirst du mich nicht los“ Und schon geht das Kräftemessen wieder von vorn los. ABER… Wenn ich eines habe dann Ausdauer und was für eine Kraft!

Also sammle ich immer wieder meine Kräfte und ziehe das Tempo an, lasse ihn weit hinter mir und nehme meine #lebensfreude mit mir…

Danke @pink_is_my_new_color und @die.gipfelstuermerin und den vielen anderen #pinkladys

Monique

Mareike von @mareike_vs_cancer

Mareike | Brustkrebs

Lebst du mit dem Krebs, oder lebt der Krebs mit dir?

Diese Frage hat vor ein paar Tagen die liebe Su @diagnose_leben gestellt, und die liebe Rhea @pink_is_my_new_color hat angeregt, dass der Staffelstab zu dieser Frage von einem Account zum nächsten gegeben wird. 

Es gab bereits viele schöne Antworten zum Thema und seitdem hat auch mich die Frage nicht losgelassen. Im ersten Moment mag man denken: Wo ist denn da der Unterschied? Doch wenn man genauer hinschaut ist er gewaltig, denn im ersten Fall bestimmt der Krebs dein Leben und hat die Oberhand, im zweiten Fall ist der Krebs ein böser Untermieter aber hat noch lange nicht zu bestimmen wie dein Leben aussieht.

Genau genommen gilt für mich weder das eine noch das andere, denn der Krebs lebt nicht mehr in mir und hat durch die Therapien ordentlich eins auf die Mütze bekommen. Ganz so einfach ist es aber leider nicht, denn nur dadurch, dass sich keine bösartigen Zellen mehr in mir breit machen, ist der Krebs nicht einfach weg. Dieser Schatten wird mich ein Leben lang begleiten. Dazu hat meine Onkologin vor kurzem ganz treffend gesagt: „Passen Sie auf, viele Außenstehende werden denken die Therapie ist beendet und denken Sie sind sofort wieder gesund und leistungsfähig – man sieht es Ihnen ja auch nicht mehr an.“

Während der Akuttherapie und zum großen Teil auch jetzt noch in der Endphase meiner Antikörper-Chemo-Therapie dominieren der Krebs und die Therapien mit den Nebenwirkungen in allen Facetten mein Leben. Sicher gab es dazwischen so viele schöne Momente, die überhaupt nichts mit dem Thema Krebs zutun hatten, aber alle Pläne werden dann doch um die anstehenden Arzttermine herum gemacht und das auch meist nur kurzfristig, denn ich habe gelernt, dass längerfristige Pläne während der Akuttherapie oft schwierig sind. Doch bald ist auch dieser letzte Abschnitt geschafft, und dann habe ich es wieder selbst in der Hand mein Leben zu bestimmen. Das wird vielleicht nicht an jedem Tag gelingen, aber für die Zukunft nehme ich mir fest vor: Der Krebs wird mit mir leben müssen, und nicht ich mit ihm – und darauf freue ich mich schon!

Mareike

Bine von @bine_thal

Bine | Brustkrebs

Lebt der Krebs mit mir oder ich mit dem Krebs?
Diese Frage kann ich nicht eindeutig beantworten.

Als ich die Diagnose erhalten habe spielten meine Gedanken verrückt. Von einem Tag zum anderen gehörte ich nicht mehr zu den Gesunden. Ich war schwer krank. Ich wollte das Alles nicht, ich wäre am liebsten weg gerannt. In dieser Anfangszeit hatte der Krebs definitiv mein Leben beherrscht.

Zu Beginn der Chemotherapie ist es mir gelungen, die Situation immer mehr anzunehmen.
Von meinen düsteren Gedanken habe ich mich mehr und mehr gelöst in den ich meinen Fokus auf den Augenblick gelegt habe: Die wichtigste Zeit ist das Hier und Jetzt.

Aber dadurch fallen mir Gedanken und Pläne, die über die nächsten Wochen hinausgehen unheimlich schwer. Es ist, als wäre ein Schatten über meiner Zukunft.

Seit meiner OP im Sommer gelte ich als “ krebsfrei“. Eigentlich weiß ich gar nicht mehr ob dieses Wort so gefallen ist. Und nun erwische ich mich Immer wieder bei dem Gedanken, dass der Krebs vielleicht unbemerkt an anderer Stelle wächst. Bin ich wirklich krebsfrei?
Das Gefühl der Ungewissheit hält mich gefangen. In diesen Momenten hat der Krebs mich wieder total im Griff. Es ist ein Auf und Ab. Der Krebs schiebt sich immer wieder frech in den Vordergrund. Diese große Bühne will ich ihm aber nicht zu gestehen.

Der Krebs hat mein Leben verändert aber er soll ganz bestimmt nicht mein Leben bestimmen. Ich mag das Bild von @pink_is_my_new_color mit den Monstern. Unter meinem Bett haben sie auch keinen Platz mehr und ich arbeite daran, dass sie kleiner werden und seltener an die Tür klopfen.

Bine

Lena von @fight.franz

Lena | Brustkrebs

“Lebst du mit dem Krebs oder der Krebs mit dir?”

Danke, liebe Su von @diagnose_leben für den Denkanstoß und danke liebe Rhea von @pink_is_my_new_color für das Ins-Leben-rufen des Staffellaufs.

Vor einem Jahr war das Thema Krebs für mich nur dann relevant, wenn ich durch Zufall von einem Schicksalsschlag gehört habe oder das Thema in Filmen oder Medien angerissen wurde. Klar, jeder kennt jemanden, der Krebs hatte. Der überlebt hat. Der es nicht geschafft hat. Krebs ist ein Thema, das bewegt. Das emotionalisiert und weh tut. Krebs ist ein bleiernes Tuch – wie Asche, die nach einem Brand die Umgebung in einen Grauschleier tunkt.

Und Krebs – das haben doch nur die Anderen. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dass es mich treffen könnte. Vielleicht mit 70, aber doch nicht mit 28 Jahren. Krebs ist so viel und gleichzeitig reduziert es das eigene Leben auf so wenig. Auf das Wesentliche und das, was wichtig ist zum Überleben.

Während der Akuttherapie lebe ich mit dem Krebs. Ich spiele nur noch eine unwesentliche Nebenrolle, denn der Krebs hat die Hauptrolle ergattert. Auch wenn ich während dieser Zeit permanent im Fokus stehe – ob bei Bekannten, Familie oder Arbeitskollegen, in der Onkologie, beim Hausarzt und selbst in der örtlichen Apotheke Gesprächsthema bin – noch nie habe ich mich so fehl und abseits in meinem eigenen Leben gefühlt. Der Krebs hat die Hauptrolle und entscheidet über meinen Alltag.

Was hält mich aufrecht? Als Nebendarstellerin übe ich fleißig und heimlich meinen Text, fange langsam und Stück für Stück an, mir meine Identität und meine Hauptrolle zurück zu ergattern. Ich träume, erfülle mir lang ersehnte Wünsche und traue mich beim Gedanken an meine Zukunft auch mal aus meiner Komfortzone raus. Mein Ziel habe ich klar vor Augen: Krebs, du lebst mit mir! Zwar immer auch als kleine Nebenrolle, aber weißt du was… die gönn ich dir! An manchen Tagen mehr, an anderen weniger.

Und für alles, was so kommt, weiß ich, dass es um mich herum starke Vorbilder gibt. @diagnose_leben @pink_is_my_new_color @die.gipfelstuermerin @paulinapaulette_ @kickcancerchick @kisscancergoodbye_ @pink.elephant.nc @itsme.ev @ro.perfectlyimperfect @alex.boeh

Und dafür sage ich… danke, Franz!

Lena

Susanne von @lavendel_in_pink

Susanne | Brustkrebs

Lebe ich mit dem Krebs oder der Krebs mit mir?

Wir leben zusammen.  Ich könnte gut ohne ihn leben, doch er nicht ohne mich. Also leben wir zusammen.

Wie in einer Partnerschaft ist es ein Wechselspiel des Zusammenseins. Mal bestimme ich den Weg, mal der Krebs.

Da sich der Krebs in meiner Familie wohlfühlt und sowohl meine Mutter als auch ihre Mutter  getötet hat, habe ich schon als Teenager damit gerechnet, dass er auch in mein Leben einzieht. Ob ich will oder nicht.

Als er dann kam, war das Warten vorbei. Es ist nicht so, dass ich mich gefreut hätte, es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich musste mich veräppeln und mit der neuen Situation arrangieren.  

Und dennoch machte sich nach einer Weile Erleichterung breit. Der Krebs war da, das Warten vorbei. An diesen Moment erinnere ich mich genau. Ich kam aus der U-Bahn ans Licht und dachte.: Ich bin frei. Befreit von der Angst an Krebs zu erkranken.

Zur Zeit bin ich krebsfrei. Und bin es doch nicht so ganz.

An manchen Tagen lebt der Krebs mit mir, fügt sich in mein Leben und geht den Weg mit mir, tritt in den Hintergrund und lässt mir den Vortritt.

An manchen Tagen lebe ich mit ihm. Dann bestimmt er den Weg, bedingt durch Folgen der Therapie, Ängste, Sorgen oder Termine. Wenn meine Füße bei jedem Schritt Schmerzen und kribbeln, erinnert er mich daran dass er da war, zwingt mich mein Tempo zu drosseln.

Und so gehen wir unseren Weg gemeinsam. Mal langsam, mal schnell. Und meistens gut gelaunt.

Danke liebe Su von @diagnose_leben für den Impuls über mein Leben mit dem Krebs nachzudenken.

Susanne

#krebssolltenureinsternzeichensein #krebs #lebenmitkrebs #brustkrebs #brca1 #gedanken

Myri von @myri_meer

Myri | Brustkrebs

LEBT DER KREBS MIT MIR ODER ICH MIT IHM ? 

Ich glaube diese Frage ist bei mir Tagesform abhängig. Das war nicht immer so. Zu Anfang der Diagnose war ich im Tal der Tränen gegangen, ich brach in mir zusammen. Die Angst hatte mich so fest im Griff, das ich an manchen Tagen in eine Tüte atmen musste oder mir mit Tavor helfen musste. Hierbei hat mir tatsächlich am meisten die Zeit, der Austausch mit anderen und meine Psychoonkologin geholfen. 

Heute lebe ich mit dem Krebs, denn mein Nachsorge MRT steht an. An den meisten anderen Tagen lebt er mir. Denn ich bin der Chef! Ich alleine kann darüber bestimmen ob ich heute Angst habe, ob ich mich von der Angst umhauen lasse! Definitiv NEIN! Ich habe ganz gut gelernt, dem Krebs nicht zu viel Raum zu geben. Dennoch gibt es Tage, an denen alles über mir zusammen fällt. Das darf sein! Ich darf traurig sein, ich darf weinen über das was mir genommen wurde, was meiner Familie genommen wurde! Dann steh ich auf, Fichte mein scheiß Krönchen und weiter geht’s!

Myri

Maren von @marenammeer

Maren | Brustkrebs

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich würde sagen, der Krebs wohnte eine Zeit lang zur Untermiete bei mir und spielte sich in dieser Zeit ziemlich auf. Er war ein furchtbarer Mitbewohner. Einer von der Sorte, den man sich nicht noch einmal ins Haus holen möchte. Einer, der viel zu viel Krempel hinterlassen hat, als seine Zwischenmiete beendet war.

Noch jetzt liegen bei mir Altlasten herum und immer wieder stolpere ich über etwas, das der Krebs hinterlassen hat. Ich habe auch Angst, dass er sich wieder bei mir einnisten wird und ich ihn beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr so einfach los werde. Aber selbst für diesen Fall hoffe ich, dass ich es schaffen würde, ihm nur eine verstaubte, kleine Besenkammer in meinem Haus zu überlassen und ihm zu zeigen, wer die Hosen an hat.

Manchmal frage ich mich, was ich nun mit all dem Krempel, all den Altlasten mache, die hier herum liegen und wie ich mich in dem Chaos überhaupt noch normal bewegen soll. Ständig liegt etwas im Weg. Manchmal nur eine Kleinigkeit, manchmal etwas, das mir Angst macht und mich schmerzhaft an die Zeit erinnert, als der Krebs noch ein schmutziger Untermieter war. Mittlerweile lebt er zwar nicht mehr als Untermieter bei mir, aber er ist nach wie vor sehr präsent in meinem Leben. Manchmal auf eine Art und Weise, die ich nicht selbst bestimmen kann. Manchmal aber auch, weil ich mich ganz bewusst um ihn kümmere, mich ihm annehme. Beispielsweise indem ich mit anderen Betroffenen an Projekten zum Thema Krebs arbeite. In solchen Momenten habe ich definitiv die Oberhand und der Krebs freut sich einfach, dass er mit mir leben darf.

In Zeiten, in denen sich der Krebs zu sehr aufdrängt, hilft es mir auch, mich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Und so stolpere ich zwar immer wieder über den herumliegenden Krebs-Krempel, aber das Wissen, den Krebs nicht alleine bei sich zu haben, lässt mich hoffen, macht mir Mut und hilft mir dabei, das Stolpern nicht zu schwer zu nehmen.  

Maren

Tina von @tintos1978

Tina | Metastasierter Brustkrebs

Spannende Frage die die liebe Su von @diagnose_leben  in die Runde geworfen hat. Und schon einige haben ihre Gedanken dazu geäußert. 

Wie man so schön sagt „jeder Jeck is anders“ deshalb entsteht da ein bunter Strauß von Gedanken mit Überschneidungen und Unterschieden.

Ich lebe wohl mit Krebs, wenn man es faktisch betrachtet, denn er ist ja nicht weg und drängelt sich immer wieder in den Vordergrund. Zu genau diesen Zeiten kurz nach ner blöden Diagnose oder eben während einer Bestrahlung, ner ct Untersuchung eben solchem Kram dominiert dieser Mitbewohner auch mal doof. Bestimmen die Nebenwirkungen den Tages Ablauf und nicht mein Level an Lust und Laune. 

Aber auch in diesen Phasen und ganz besonders in den e in denen die Therapie eine gewisse Routine einnimmt vergesse ich es auch einfach mal dieses Schalentierchen. Und lebe wie ich lebe, genieß vielleicht ein bisschen bewusster – ich fühle mich ja nicht krank. Da fühle ich die Einschränkungen durch die Pandemie schon deutlicher – und gerade mit diesem ‚wie lang geht das hier denn gut‘ nervt das echt. Ich würde wie viel andere bestimmt auch noch weniger an Krebs denken, wenn ich meine Menschen ohne sorgen treffen könnte, Reisen dürfte etc. Tanzen tanzen und nochmal tanzen. Und wie geil waren Konzerte.

Nun denn ich arbeite daran ( wir alle alle) das wir bald wieder ein Stück normaler leben können und meine Aufgabe ist dann mit ruhiggestellten Mitbewohnern volle Lotte mitzufeiern.

Bis dahin bastle ich meinen kleinen Angstmonstern ne gemütliche Ecke in der sie spielen und mich in Ruhe lassen.

tintos1978

#metastasierterbrustkrebs #gedanken #partyiscomingsoon

Marie von @mariki_neko

Marie | Brustkrebs

Im Moment befinde ich mich irgendwo dazwischen. In meinen Badezimmer stehen diverse Cremes, Talkumpuder und Nasenspray. Hilfsmittel, die die Nachwehen der Chemo sowie die Nebenwirkungen der Bestrahlung und der Antikörper lindern sollen und täglich in Gebrauch sind. Sie erinnern mich immer wieder aufs Neue, was war und welchen Weg ich gehen musste.
In meinem Badezimmer liegt aber auch eine Bürste, mit der ich meine neu gewachsene und ziemlich ansehnliche Kurzhaarfrise zurecht kämme. Daneben finden sich verschiedene Schminkutensilien, weil ich wieder genug Kraft habe, etwas zu machen was mir Spaß macht und mir gut tut. 

Aber das wichtigste, da stehe ich vorm Spiegel und kann an eine Zukunft denken die nicht von Krebs bestimmt ist. In der es viele unbeschwerte Momente geben wird, in der die Angst nur noch vor Vor- und Nachsorgeterminen hochkommt.

Am liebsten würde ich die Frage mit weder noch beantworten, das Wort Krebs komplett aus meinem Sprachgebrauch streichen. Aber Krebs ist seit Mai 2020 ein ständiger Begleiter und wird es auch bleiben. Aber nur ein Stiller, einer der mir gezeigt hat, was ich kann und was ich habe. Er ist nicht mein Leben und ich arbeite täglich daran, dass er es auch nicht wird.

Marie

Isabel von @alltagsyoga

Isabel | Brustkrebs

Die liebe @diagnose_leben fragte: Lebe ich nun mit dem Krebs oder er mit mir?

Ich sage: Das Leben ist jetzt bis ins letzte Körnchen zu sehen

Bei der Frage nach der Sichtweise: „Lebe ich nun mit dem Krebs oder er mit mir?“, merke ich, dass hier ein oft wiederkehrender Gedanken von mir getroffen wird. Ja, meine Akuttherapie ist bald zwei Jahre her. Ich könnte sagen, „wie… Krebs? Lang vorbei, alles gut.“ Ihr wisst es alle, und ja, auch die, die noch mitten in der Therapie sind: Es wird vorbeigehen, es gibt ein „danach“. Das ist gut zum einen. Und das ist anders zum anderen. Kurz gesagt: Oft anders gut. Und trotzdem ist da was. Ein Ziehen und Zerren in einem, die Monster, um es mit @pink_is_my_new_color zu sagen. Ich kann die Gedanken von @analoganja gut nachvollziehen: auch ich hatte nach der Chemo keine Komplettremission – daher nach Abheilung der Wundheilungsstörung beim Implantat noch die volle Bestrahlung von Brust & Lymphwegen und nun zu hoffen, bzw. zu akzeptieren, was immer ist. Genau wie die liebe @die.gipfelstuermerin und auch @lachen_gegen_krebs das geschrieben haben.

Ich will damit sagen: Das Leben ist so gar nicht nur schwarz-weiß. Es gibt knallbunte Tage, Konfetti, und dann wütende Dooftage, trüb-graue und Nieselregen.

Was sich für mich geändert hat: Der Kontrast ist höher. Das Leben ist jetzt bis ins letzte Körnchen zu sehen. Ich genieße jedes Bunt etwas mehr. Aber ja, auch die Angst zeigt sich ganz deutlich. Ich denke, das darf sie. Ich schaue sie mir an, wir reden und dann verabschiede ich sie wieder. Ich habe früher analog fotografiert & entwickelt – und damals schon mochte ich hohen Kontrast am liebsten. Ich sage: Alles in allem lebt der Krebs vor allem mit mir und in dem Maß wie ich im Raum gebe.

Der Krebs hat mir dazu verholfen, den Kontrast in meinem Leben hochzudrehen. Keine verschwommenen Tage, sondern bewusst und mit allen Details sichtbar. Egal, in welcher Farbe. Alles anzunehmen wie es ist, ist meine Übung. Auch und gerade als Yogalehrerin. Zu atmen, sich ruhig durch Asanas zu bewegen, zu meditieren, hilft so sehr, seinen Körper und sich wieder zu spüren.

#fürkontrastreichesbunt #alltagsyoga #yogahilft #lebendig #schwarzweiss #kontrast #bewusstsein #derkrebs #breastcancer #surviver #dubistnichtallein

Isabel

Yvonne von @lachen_gegen_Krebs

Vonni | Metastasierter Gebärmutterhalskrebs

Lange Zeit hat der Krebs mein Leben bestimmt und dadurch habe ich mich oft auch fremdbestimmt gefühlt und mein Thema war fast ausschließlich der Krebs. Denn ich konnte nicht verstehen, warum ich diese Erkrankung kriegen musste. Jetzt 5 Jahre nach der Erstdiagnose weiß ich zwar immer noch nicht „Warum“ aber ich habe mich damit auseinandergesetzt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das gar nicht wissen muss, denn es ändert nichts an der Situation. Meine unheilbare Erkrankung bleibt ja deswegen trotzdem.

Deshalb gehört der Krebs zu meinem Leben dazu, aber er bekommt immer weniger Raum dafür, denn mir ist es wichtiger mein Leben so zu gestalten, wie es für mich passt und wie es mir gut tut.

Es gibt oft Tage an denen ich nicht mal einen Gedanken an diese Krankheit verschwende und das ist das Beste was passieren kann. Denn so bin ich wieder selbst diejenige, die bestimmt wo es lang geht und das fühlt sich verdammt gut an. Klar gibt es auch diese anderen Tage, an denen ich gleich beim Aufstehen weiß, warum ich schon in Rente bin, aber ich kann solche Tage immer besser annehmen, als es am Anfang der Fall war.

Ich lerne auch immer noch auf mich und meine Wünsche zu achten, aber dazu musste ich überhaupt erstmal überlegen, was ich denn vom Leben noch will und was mir dabei wichtig ist. Es hat so gut getan, denn das ist eine Reise zu mir selbst, die noch nicht zu Ende ist und ich bin dankbar für jeden Tag den ich erleben darf!

Yvonne